Schienenpersonenfernverkehr

Beim Schienenpersonenfernverkehr geht es um den Verkehr mit Eisenbahnen und nicht um den Verkehr mit anderen Schienenbahnen (z.B. U-Bahn, Straßenbahn). Eisenbahnen sind zum einen die Eisenbahnverkehrsunternehmen, welche die Züge zur Beförderung von Personen zur Verfügung stellen und zum anderen die Eisenbahninfrastrukturunternehmen, welche die Betriebsanlagen (z.B. Bahnhöfe) unterlagen.

In Deutschland fällt eine Reisedistanz von mehr als 50 Km und einer Reisedauer von mehr als einer Stunde unter den Schienenpersonenfernverkehr. Die Deutsche Bahn ist hier fast alleiniger Betreiber, denn es gibt nur wenige andere private Betreiber, die Fernverkehrszüge im Schienenpersonenfernverkehr im Einsatz haben.

 

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Gesetzliche Grundlage

Auf Bundesebene gilt in erster Linie das Allgemeine Eisenbahngesetz (AEG, hier einsehbar) und die Eisenbahnbau- und Betriebsordnung (EBO, hier einsehbar). Hier ist die Herstellung der Barrierefreiheit geregelt. § 2 Absatz 3 Satz 1 schreibt vor, "[...] daß die Benutzung der Bahnanlagen und Fahrzeuge durch behinderte Menschen und alte Menschen sowie Kinder und sonstige Personen mit Nutzungsschwierigkeiten ohne besondere Erschwernis ermöglicht wird." Demnach sind die Eisenbahnen dazu verpflichtet, "[...] zu diesem Zweck Programme zur Gestaltung von Bahnanlagen und Fahrzeugen zu erstellen, mit dem Ziel, eine möglichst weitreichende Barrierefreiheit für deren Nutzung zu erreichen."

Die Gestaltung der Barrierefreiheit legt die "Technische Spezifikationen für die InteroperabilitätPersons with Reduced Mobility" (TSI PRM) fest. Hier gibt es sowohl für den Teilbereich Infrastruktur als auch für den Teilbereich Fahrzeug Regelungen. Der Abschnitt der TSI PRM zum Teilsystem Infrastruktur regelt u. a. technische Anforderungen zur barrierefreien Ausgestaltung und Dimensionierung so genannter hindernisfreier Wege in den Stationen, einschließlich einzelner Komponenten wie z. B. Bahnsteige, Treppen, Rampen, Aufzüge, Toiletten oder Einstiegshilfen.
Der Abschnitt der TSI PRM zum Teilsystem Fahrzeuge regelt u. a. technische Anforderungen zur barrierefreien Ausgestaltung und Dimensionierung der Räume, Türen, Sitze, Rollstuhlstellplätze, Toiletten in den Fahrzeugen, Warnsignale, Beleuchtung oder Kundeninformation.

Die TSI PRM ist hier einsehbar.

Barrierefreiheit bei der Deutschen Bahn

Das führende und größte Eisenbahnunternehmen in Deutschland ist die "Deutsche Bahn" (DB). Im Fernverkehr bringt die Deutsche Bahn täglich rund 340.000 Menschen (Angaben der DB) an ihr Ziel.
Zu den Fernverkehrszüge der Deutschen Bahn zählen der Intercity-Express (ICE), der Inter-City (IC) und der Euro-City (EC). 

Menschen mit Behinderungen sind für die Deutsche Bahn eine bedeutende Kunden- und damit Zielgruppe, weshalb die Deutsche Bahn ein Barrierefreiheitsprogramm aufgestellt hat.

Das 1. aufgestellte Programm der DB wurde im Juni 2005 fertig gestellt. Auf Grundlage dieses Programms wurden seitdem die Züge der DB gestaltet. Im Dezember 2011 kam ein 2. überarbeitetes Programm der DB heraus, mit dem die DB an das bisher gemeinsam Erreichte anknüpfen und weitere wichtige entscheidende Meilensteine in Richtung Barrierefreiheit setzen möchte.
Derzeit arbeitet die DB an einem 3. Programm-Entwurf mit Maßnahmen über einen fünfjährigen Zeitraum (2015-2020). 

Diese Programme werden von der DB im Dialog mit Behindertenvertretern in einer programmbegleitenden Arbeitsgruppe begleitet, um bewusst deren Kompetenz mit einzubringen und die Maßnahmen an den spezifischen Bedürfnissen von mobilitätseingeschränkten Menschen auszurichten. Der BSK ist in dieser Arbeitsgruppe vertreten. In regelmäßig stattfindenden Arbeitsgruppensitzungen wirken die Mitglieder der Programmbegleitenden Arbeitsgruppe an der Fortschreibung des Programms der Deutschen Bahn AG mit und stehen in Fragen der schrittweisen Herstellung von Barrierefreiheit von der Planung bis zur Umsetzung der einzelnen Vorhaben beratend zur Verfügung. Die Gespräche werden durch das Büro des Beauftragten der Bundesregierung für die Belange behinderter Menschen, das Referat UI 31 des Bundesministeriums für Verkehr, Bau und Stadtentwicklung, das Bundesministerium für Arbeit und Soziales, die Bundesarbeitsgemeinschaft für Rehabilitation und das Eisenbahnbundesamt kontinuierlich begleitet.

Das 1. Programm der DB kann hier und das 2. Programm der DB hier abgerufen werden. 

Tipp: Die Deutsche Bahn hat auf ihrer Website alle Informationen rund um das Thema "Barrierefreies Reisen" zusammengefasst. Dort finden Sie u.a. Informationen zur Reiseplanung, Reisebuchung, Mobilitätsservice, Informationen für die unterschiedlichen Behinderungsarten (hörbehinderte und gehörlose Menschen, blinde und sehbehinderte Menschen, gehbehinderte Menschen) und zur Broschüre "Mobil mit Handicap", die dort als Download zur Verfügung steht.